ENERGIEWENDE (von Stefan Binzer) Das vor Kurzem gegründete Unternehmen Dorr-Biomassehof sichert sich dadurch umkämpften Rohstoff. ha_pr_01_13_bildDie vor Kurzem gegründete Dorr-Biomassehof GmbH & Co. KG (Kempten) hat das Pelletswerk des Sägewerkes Pröbstl in Fuchstal-Asch bei Landsberg (Oberbayern) gekauft. Über den Preis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Die Summe dürfte laut Kennern der Branche bei mehreren Millionen Euro liegen. Mit dem Kauf will sich der neue Besitzer aus dem Allgäu die Versorgung mit Pellets sichern. Denn der Markt ist hart umkämpft.

„Holzpellets sind gerade in Süddeutschland eine günstige und umweltfreundliche Heizalternative”, sagt Peter Schweinberg, Geschäftsführer von Dorr-Biomassehof. Das bestätigt Markus Romer, Geschäftsführer der Dorr Energie GmbH: „Die großen Konzerne gehen seit der Energiewende auf Einkaufstour, auch bei Pelletswerken.” Dadurch bestehe die Gefahr, dass der regionale Energiemarkt genau so monopolisiert werde, wie bei der Stromversorgung. Diesem Trend wollen viele Verantwortliche im Allgäu entgegenwirken. Mit an vorderster Front ist das der Biomassehof Allgäu in Kempten – eine Genossenschaft, hinter der unter anderem Waldbauern, Forstbetriebsgemeinschaften und der Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten (ZAK) stehen.

Der Biomassehof allein wäre aber nicht in der Lage gewesen, ein Pelletswerk zu kaufen, erklärt Helmut Müller, Vorstand der Biomassehof Allgäu eG. Deshalb habe man zu gleichen Teilen eine Gesellschaft mit dem Kemptener Entsorgungs-Unternehmen Dorr gegründet. Der 1997 eröffnete Biomassehof Allgäu hat im Jahr 2012 rund 25.000 Tonnen Pellets an ca. 4000 Kunden verkauft. Das jetzt erworbene Pelletswerk bei Landsberg liefert jährlich 50.000 Tonnen Pellets. „Damit können wir unseren Kunden eine sichere Versorgung und eine hohe Qualität garantieren”, freut sich Harald Hiltensberger, Sprecher der Geschäftsführung der Dorr GmbH & Co. KG. Angeboten werden die Pellets vom Biomassehof und Dorr in Zukunft unter der Marke „HOLZ ARENA“. Dass sich die Investition in Landsberg rechnet, davon ist Schweinberg überzeugt: Pellets-Heizungen würden voll im Trend liegen und hätten „seit Jahren ein schönes Wachstum.” „Unser Ziel ist es, dass das Pellets-Geschäft in der Region bleibt”, sagt Schweinberg zu einem der Motive für den Kauf des Werkes. Das sichere eine „Produktion der kurzen Wege” und sei außerdem ein Beitrag zur Energiewende im Großraum Allgäu.